Ihr Ausbildungsangebot ist «aus der Praxis für die Praxis» entstanden – welche konkreten Erfahrungen aus dem Berufsalltag haben Ihre Kurskonzepte am stärksten geprägt?
Unser Kursangebot wurde von Anfang an, tätigkeitsbezogen aufgebaut. So wie wir als Baumpflegespezialist:innen im täglichen Alltag arbeiten, so vermitteln wir auch in kleinen Gruppen max. 4 Personen, direkt am Baum. Unser Kursangebot hat mit dem 3-tägigen Basiskurs 1 Seilklettertechnik begonnen, von Anfang an war es unser Ziel, unseren Teilnehmenden praxisorientierte Kurse anzubieten. Möglichst viele praktische Übungen am Baum ist unser Grundsatz. Grundsatz bei der Theorie
«So wenige wie möglich, so viel wie nötig»
Mittlerweile ist aus dem 3-tägigen Basiskurs 1 ein 5-tägiger Kurs geworden.
Die Seilklettertechnik ist zentral für Ihre Kurse – wie hat sich diese Technik in den letzten Jahren weiterentwickelt, insbesondere in Bezug auf Sicherheit und Effizienz?
Die Seilklettertechnik hat sich vor allem in Bezug auf die Materialentwicklung verbessert. Gerade die Baumklettergurte wurden immer besser und bequemer. Technisch gesehen, hat die Seilklettertechnik am stehenden Seil in den letzten Jahren in der Baumpflegebranche stark zugenommen. Hierfür sind sehr viele neue Techniken und Geräte auf den Markt gekommen, in Bezug auf die Effizienz ist die Technik als gut anzusehen, in Bezug auf die Sicherheit braucht es das nötige Mass an Verständnis und Sensibilisierung für die Gefährdungen.
Ihr Instruktorenteam besteht aus erfahrenen Baumpflegespezialist:innen – was zeichnet aus Ihrer Sicht eine wirklich gute Ausbildnerin oder einen guten Ausbildner in diesem Bereich aus?
Eine Kursleitung oder Instruktor:in braucht vor allem viel Erfahrung (Baumstunden) um die Techniken gut vor zeigen zu können. Weiter müssen sie auf die Teilnehmer:innen eingehen können und diese Stufengerecht abholen. Dazu gehört die nötige Geduld und nicht zu viel auf einmal zu fordern.
Welche Zielgruppen sprechen Sie primär an (z. B. Forstwirtschaft, Gartenbau, urbane Baumpflege), und wie passen Sie Ihre Inhalte an deren spezifische Anforderungen an?
Unser Angebot umfasst Seilklettertechnik für verschiedene Branchen (Private, Forst, Gartenbau und Baumpflege) sowie PSAgA-Kurse für Forst und Gartenbau. Zusätzlich bilden wir jährlich rund 100 Lernende in überbetrieblichen Kursen aus.
Wie wichtig ist die kontinuierliche Weiterbildung in der Baumpflegebranche, und welche Trends beobachten Sie aktuell in der Nachfrage nach Ihren Kursen?
Eine kontinuierliche Weiterbildung ist sehr wichtig, Wir habenn in der Baumpflegebranche jährlich einen Arbeitssicherheitstag, an diesem Tag werden aktuelle Themen in der Branche thematisiert und vermittelt. Weiter werden in den meisten Baumpflegebetrieben 1 – 2 jährlich Personenrettungsübungen aus der Baumkrone durchgeführt. Ich selbst darf jährlich ca. 10 – 20 Firmenkurse zu den Themen Refreshkurs SKT, Notfallplanung und Personenrettung durchführen.
Wenn Sie in die Zukunft blicken: Welche Kompetenzen werden für Baumkletternde und Baumpflegespezialist:innen in den nächsten zehn Jahren besonders entscheidend sein?
Das Wissen um die Bäume zur Beurteilung der Bruch und Standsicherheit ist und wir uns weiterhin sehr stark beschäftigen. In den letzten Jahren sind immer neue Krankheitserreger aufgetaucht und haben uns vor Probleme gestellt. So zum Beispiel das Eschen-Triebsterben, das ein einer zweiten Phase des Befalls die Standsicherheit sehr stark einschränkt. Daher wird die Baumbeurteilung vor dem Besteigen der Bäume ein wichtiges Element bleiben und verstärkt auszubilden.
Hüttenbergstrasse 14
8572 Berg TG
Tel 071 646 00 92
info@baumklettern.ch
www.baumklettern.ch

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