Guter Wein braucht Fortschritt und Verantwortung

In ihrem innovativen Weingut setzen Bruno und Ruth Hartmann auf Nachhaltigkeit und Fortschritt. Die Reben werden naturgerecht gepflegt. Neu bereichern Weinbergpfirsiche die Fauna und Flora. Und pilzwiderstandsfähige Traubensorten (PIWI) sind eine Antwort auf die Pflanzen schutzproblematik.

Vor 40 Jahren übernahm der ausgebildete Winzer Bruno Hartmann in Remigen den konventionellen elterlichen Bauernhof mit Ackerbau, Viehhaltung und 50 Aren Reben. Er wandelte ihn mit seiner Frau Ruth sofort in einen Weinbaubetrieb um. Die Hartmanns bewirtschaften heute 16 Hektaren Reben; davon gehören acht Hektaren zehn nebenberuflichen Remiger Weinbauern und -bäuerinnen sowie Traubenlieferanten. Das Weingut zählt zu den grösseren Privatkelterern im Kanton. Es trug viel dazu bei, dass sich Remigen zur drittgrössten Aargauer Rebbaugemeinde entwickelte.

«Terroir»-Gütezeichen
Für das Gedeihen der Reben und die Entwicklung des Charakters der Weine sind die Landschaft, der Gehalt des Bodens und das Klima ausschlaggebend. Die Rebe gehört zu den zähesten Kulturpflanzen überhaupt. Mit ihren bis zu sieben Meter tiefen Wurzeln trotzt sie der Trockenheit und bringt sogar nach Frost oder Hagelschlag die Kraft zu neuen Trieben auf. Aber zur Pflege der Pflanzen und Veredelung der Trauben braucht es natürlich noch die fachgerechte Arbeit der Winzer:innen und Kellermeister:innen.

Die von Natur und Mensch gemeinsam geschaffenen Voraussetzungen für authentische Weine umschreibt man in renommierten Weingebieten mit dem Begriff «Terroir». Auch das Weingut Hartmann verwendet dieses Gütezeichen zu Recht. An den sonnigen Jurasüdhängen im Gebiet des Wasserschlosses, dem Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat, auf einer Höhenlage von 400 Metern im Bereich des 47. Breitengrades (wie das Burgund), gedeihen anspruchsvolle Traubensorten. Daraus keltert das Weingut Hartmann 22 Rot- und Weissweine sowie Spezialitäten.

Der Betrieb achtet streng auf Qualität und Nachhaltigkeit. Alle Hartmann-Weine werden nach den Richtlinien von Vinatura und mit der Herkunftsbezeichnung AOC Aargau gepflegt. Im Rebberg hemmt eine durchgehende Bodenbegrünung die Erosion und hält Nützlinge und Schädlinge im Gleichgewicht. Ein eigens entwickelter und patentierter Maischerührtank extrahiert das Traubengut schonend. Sonnenkollektoren und Holzschnitzelfeuerung liefern dem Betrieb 80% erneuerbare Energie.

Pflege der Weinkultur
Bruno und Ruth Hartmann pflegen den Rebbau auch als altes Kulturerbe. Vor 2000 Jahren brachten die Römer durch das Legionslager Vindonissa – dem einzigen in der Schweiz, im heutigen Windisch – den Wein in diese Gegend. Das Weingut Hartmann zeigt zusammen mit drei weiteren Rebbaubetrieben in der Region Brugg die vier attraktiven und schweizweit einzigartigen Museums-Rebbergen, wie die Römer einst ihre Reben erzogen und den Weingenuss pflegten.

Der Römer-Rebberg in der Remiger Beugehalde liegt am lokalen Reb- und Kulturweg, den Bruno Hartmann als seinerzeitiger Präsident des örtlichen Rebbauvereins anregte, sowie an einem vielbegangenen Wanderweg. Er ist zudem Teil des Legionärspfades Vindonissa und eine touristische Attraktion – wie das Weingut selber, das über neue, gediegene Verkaufs- und Degustationsräume für vielerlei Anlässe, darunter das alljährliche «Sensus»-Fest, verfügt. Schliesslich ist das Weingut auch Mitglied des Juraparks Aargau mit dem Netzwerk «Genuss-Strasse», das Gastrobetriebe, Dorfläden sowie lokale Produktehersteller: innen und Einkaufsmöglichkeiten unterstützt.

Neue PIWI-Sorten
Durch die Fortschritte der Forschung und Technik sowie verbesserte Anbaumethoden konnte der Betrieb den Pflanzenschutzmittel-Einsatz um 80% senken. Er verwendet weder Kupfer noch Bodenherbizide und Insektizide. Für den Pflanzenschutz setzt er abbaubare Wirkstoffe ein, jedoch erst, wenn Messgeräte im Rebberg dem Betriebsinhaber die kritische Schadensschwelle anzeigen.

Neue Perspektiven bieten erfolgreiche pilzresistente Rebsorten (PIWI). Das Weingut Hartmann verfügt bereits über acht dieser zukunftsträchtigen Züchtungen, nämlich einen Vidal blanc, Sauvignac, Souvignier gris, Prior, Satin noir, Cabernet Jura, Divico und Regent. Ihr Anbau ist ökologischer und nachhaltiger. Zudem bereichern sie den Weingenuss mit interessanten neuen Aromen. Und sie bieten auch Perspektiven für die Klimaerwärmung, die den Weinbau beeinflussen wird.

Vor kurzem pflanzte Bruno Hartmann noch 50 Rote Weinbergpfirsiche in seine Rebhänge. Sie setzen mit ihrer Blütenpracht im Frühjahr neue Farbtupfer in die Landschaft und werten die Fauna und Flora auf. Die in Mitteleuropa schon zur Römerzeit bekannte Rebberg-Begleitkultur erfährt zurzeit eine Wiederbelebung, etwa in den steilen Lagen des Moselgebietes, aber auch in der Schweiz, namentlich in der Bündner Herrschaft und nun erstmals im Aargau.


Weinbau Hartmann AG
Rinikerstrasse 8
5236 Remigen
Tel +41 56 284 27 43
info@weinbau-hartmann.ch
weinbau-hartmann.ch
Degustation und Verkauf:
Fr 14.00 – 19.00 Uhr
Sa 09.00 – 17.00 Uhr

Prämierter Käse aus dem Appenzellerland

Im wahrsten Sinne des Wortes wird in der Käserei Tobler ausgezeichneter Käse produziert. Gleich mehrere Prämierungen, konnten schon entgegengenommen werden. Die grosse Auswahl an regionalen Produkten, sowie die Verbindung von Tradition und Moderne sprechen für den Familienbetrieb.

Wir befinden uns im kleinen ausserrhodischen Dorf Schachen bei Reute. Sanfte Hügel prägen die Landschaft. Bereits seit 125 Jahren wird an diesem Standort Käse produziert.

«Bei der Käseproduktion müssen sämtliche Parameter stimmen – von der Milch über den Transport bis hin zur Verarbeitung, Pflege und Kellerklima / Lagerung.»

schildert Marcel Tobler. Seit 2002 wird der Familienbetrieb von ihm geführt. Damit sich die volle Aromatik entfalten kann, wird bei uns ausschliesslich silofreie Milch verarbeitet. Die Milchlieferanten stammen alle aus den umliegenden Dörfern.

Sprichwörtlich ausgezeichneter Käse
Der «Star» der Käserei Tobler ist der preisgekrönte Appenzellerkäse. Am World Championship Cheese Contest erhielt der eingereichte Appenzeller Käse 2014 die Goldmedaille. Zudem durfte das Team schon einige Goldvreneli von der Sortenorganisation Appenzellerkäse entgegennehmen, diese Auszeichung wird jährlich an die 10 besten Käser:innen verliehen.

Neben dem Appenzellerkäse werden auch noch weitere Lokalsorten wie der Schachenkäse mild oder rezent, der cremige Milchmannechäs, div. Mutschli und auch der kräftig rezenten Schachenrässkäse hergestellt. Weiter wird auch Käsereibutter produziert. Als Nischenprodukt werden saisonal auch Schafmilchmutschli – natürlich auch aus silofreier Milch – hergestellt. Die vielfältigen Produkte sind in ausgewählten Fachgeschäften zwischen Diepoldsau und Heiden sowie zwischen Altstätten und Rorschach und in St. Gallen erhältlich. Auch einige Restaurant sind auf den Geschmack des Käses gekommen.

Tradition und Innovation
Tradition bedeutet für den über 100 Jahre alten Familienbetrieb alles andere als Stillstand. Während viele Rezepte seit jeher unverändert bleiben, finden auch immer wieder neue Geschmacksrichtungen den Weg ins Sortiment. Das sind z. Z. Mutschli in den Sorten: Natur, Knoblauch, Chili, Schnittlauch, Pistazien, Pfeffer, Oliven, Kümmel, Zitronenwunder, Bärlauch, neu Oregano mit getrockneten Tomaten. Marcel Tobler ist auch der verantwortungsvolle Umgang mit den Ressourcen ein grosses Anliegen. Aus diesem Grund wurde vor einigen Jahren eine CO2 neutrale Heizung (Holzschnitzel) installiert. Gleichzeitig konnten wir einen Kleinwärmeverbund erstellen, dadurch werden 15 Wohnungen via Fernwärmenetz mit Wärmeenergie versorgen. Auf dem Flachdach und zusätzlich an der Käsekellerwand wurden PV-Module montiert. So können wir ca. 60 % der Energie selber produzieren. Es ist genau diese Verbindung aus gelebter Tradition und Handwerk mit zukunftsweisender Technik.


Käserei Tobler AG
Rohnenstrasse 4
9411 Schachen bei Reute AR
Tel +41 71 891 16 62
marcel-tobler@bluewin.ch
www.kaeserei-tobler.ch

Astreine Visionen für die energetische Zukunft

Hofsituation unten Links und Wärmeversorgungsgebiet im Hintergrund
Was 1990 mit einer neuen Heizung für den Bauernhof der Bütikofers begann, ist heute ein Fernwärmenetz für rund 400 Haushalte im bernischen Kirchberg. Und die Ideen gehen den Bütikofers nicht aus. Zum Glück.

Heizzentrale mit den zwei Kesseln 550 KW und 1.4 MW

Heizzentrale mit den zwei Kesseln 550 KW und 1.4 MW

Eigentlich ist der Familienbetrieb ein biologischer Mutterkuh-Ackerbau-Betrieb. Doch die Weichen für etwas Visionäres hat der charismatische Walter Bütikofer bereits 1990 mit seinem Vater gestellt. Trotz höherer Investitionskosten als eine Öl- oder Gasheizung sie verursacht hätten, haben sie beim Ersatz der defekten Heizanlage auf eine Holzschnitzelheizung gesetzt. Die zum Bauernhof gehörende eigene Waldfläche von 20 ha bildeten dafür sicher die Grundlage, doch Walter Bütikofer ging es schon damals um Nachhaltigkeit und erneuerbare Energie. Heute reicht der eigene Waldbestand nicht mehr aus, um das zu versorgen, was zwischenzeitlich zu einem richtigen Wärmeverbund angewachsen ist. Was jedoch geblieben ist: Dass die Holzschnitzel aus der unmittelbaren Nähe angeliefert werden. 6 km beträgt der Radius, aus dem der Rohstoff kommt.

Wärmeleitung zum Gebäude (Vor- und Rücklauf in einer Leitung)

Wärmeleitung zum Gebäude (Vor- und Rücklauf in einer Leitung)

Ein Holzofen für ein ganzes Quartier
Zehn Jahre nach der Inbetriebnahme der ersten Holzschnitzel-Heizung wurde ein kleines Quartier angehängt. Bereits damals kamen erste Anfragen von Hauseigentümern auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Walter Bütikofer sah jedoch potentielle Erweitungen eher auf der gleichen Strassenseite, scheute den Aufwand, Rohre quer über die Kantonsstrasse zu verlegen. Ein langwieriges Umzonungsverfahren, das über zehn Jahre dauerte, liess ihn schliesslich seine Meinung ändern. Der Ukraine-Krieg und die damit explodierenden Gaspreise gaben der Erweiterung nachhaltige Schubkraft. Was als etappenweiser Ausbau für drei Quartiere geplant war, erfolgte nun gleichzeitig auf ein Mal. Trotz des ökologischen Wertes der Investition und 20-jährigen Lieferverträgen gab es zur grossen Überraschung der Bauherrschaft keine Finanzierung durch die Bank und so wurde alles in Eigenfinanzierung und mit privaten Investoren realisiert.

Vier Berufsbilder geeint im Rohrbau
Walter Bütikofer ist gelernter Bauer, der älteste Sohn Polymechaniker mit Weiterbildung zum Sozialpädagogen, Dino der Mittlere absolviert eine Lehrerausbildung und Tiziano der Jüngste war zur Bauzeit noch Gymnasialschüler. Zusammen gingen sie den Rohrbau mit einem Bauunternehmer und zwei Bauern aus der Nachbarschaft selber an. Diese Tatsache, sowie die eingesetzte Technologie, verlieh ihnen eine ungeheure Effizienz. In einer Bauzeit von nur drei Jahren, während der gleichzeitig die Heizzentrale erneuert wurde, wurde das Fernwärme-Netz realisiert. Sie seien Meister der rollenden Planung und des Learning by doing, meint Sohn Kevin Bütikofer.

Holzbeschaffung (hacken) im Wald

Holzbeschaffung (hacken) im Wald

Das Geheimnis guter Verpflegung

«Wer hier arbeitet, wird hier verpflegt»

so Silvia Bütikofer. Dass damit nicht nur die Familienangehörigen gemeint sind, wird erst klar, als Kevin Bütikofer ergänzt,

«So wie es früher immer gewesen sein soll.»

Walter Bütikofer ist davon überzeugt, dass alle an den Projekten Beteiligten Bestleistungen erbringen können, wenn sie sich von den Visionen angesprochen fühlen und sie ein Teil davon sind. Silvia Bütikofer ist als gelernte kaufmännische Angestellte nicht nur für die Verpflegung der Mannschaft verantwortlich, sondern auch für die Administration und insbesondere die Immobilienverwaltung. Diese Aufgabe wird sie künftig noch mehr beanspruchen, denn die Bütikofers haben weitere Pläne.

Walter, Silvia und Kevin vor der Wärmeverteilung

Walter, Silvia und Kevin vor der Wärmeverteilung

Pläne für die nächste Generation
Nachdem in Gesprächen klar wurde, dass keines der Kinder den Hof als Bauernbetrieb weiter bewirtschaften wollte, entwickelte die Familie eine Vision für die nächste Generation. Nachdem die Umzonung der Parzelle hinter dem Bauernhof nach einem zehnjährigem Verfahren in eine W3, bzw. W6-Zone realisiert werden konnte, erarbeitet die Familie zur Zeit zusammen mit Fachleuten im Workshop-Verfahren ein Bauprojekt mit Leuchtturm-Charakter. Dabei wird nicht nur energieneutrales Wohnen angestrebt, sondern auch ein altersdurchmischtes Wohnen, Bereitstellung von Dienstleistungen und soziokulturelle Angebote. Mit dem gewählten Workshop-Verfahren kann die Bauherrschaft direkt im Planungsprozess dabei sein und ihre visionären Ideen einbringen. Und davon haben die Bütikofers gleich im Multipack und in der Familiengrosspackung! So wird auch geprüft, ob zusätzlich zur Stromproduktion durch Photovoltaik insbesondere im Winter oder bei Nebellagen auch alternative Verfahren realisierbar sind. Der Traum von Walter Bütikofer ist es, dass in fünfzig Jahren Menschen durch das Quartier spazieren und realisieren, wie sehr sie beim Bau schon die Zukunft antizipiert haben.


Familie Bütikofer
Zürichstrasse 9
3422 Kirchberg
Tel +41 34 445 21 02
info@energyfarm.ch
www.energyfarm.ch

Der MobilHybrid

Der MobilHybrid ist ein innovatives Speichersystem und kann flexibel und intelligent mit Stromaggregat, Brennstoffzelle, Stromnetz und PV-Anlagen gekoppelt werden, für alle Arten von Baustellenanwendungen.

Im Falle einer Kopplung mit einem Stromerzeuger übernimmt der MobilHybrid die Steuerung, so dass dieser nur läuft, wenn die Energie aus PV nicht ausreicht und das Stromnetz nicht zur Verfügung steht. Neben der Lärm- und Emissionsreduktion werden so auch massive Dieseleinsparungen erzielt. Die MobilHybrids werden betriebsbereit ausgeliefert und lassen sich optional auch an einem einphasigen 230V Stromnetz aufladen um parallel Maschinen mit 400V und hohen Leistungen zu betreiben. So können Untendreherkrane zusammen mit dem MobilHybrid an normalen Schuko-Steckdosen sicher und effizient betrieben werden.

Die mobilen Speicher haben dabei keinerlei Einschränkungen bei Transport und Betrieb, durch den Einsatz einer gefahrgutfreien und recyclingfähigen Batterietechnologie. Dies ermöglicht einen breiten Einsatzbereich auch in Tunnel und Naturschutzgebieten.

Ergänzt werden die MobilHybrid Systeme durch innovative Solaranlagen, entweder zum Aufklappen für flexible und wechselnde Einsätze oder zum Aufstellen auf Containerdächer, um platzsparend nachhaltige Energie zu erzeugen. Die neue robuste ContainerPV 2.0 kann einfach und schnell auf jeden Container montiert und mit dem MobilHybrid Plug&Play verbunden werden. Durch die einfache Kippmöglichkeit erwirtschaftet die ContainerPV maximal Energie und speichert überschüssige Energie direkt im Speicher für Zeiten ohne Sonne. Alle Solaranlagen des Herstellers können in Kombination mit den Energiespeichern auf Baustellen genehmigungsfrei, mit Netz oder Generator, für eine grünere Baustellenversorgung eingesetzt werden.


Gurtner Baumaschinen AG
Deisrütistrasse 17
8472 Ohringen
Tel +41 52 320 06 66
www.gurtner-baumaschinen.ch
info@gurtner-baumaschinen.ch

Interview mit Gurtner Energiesysteme eine Sparte der Gurtner Baumaschinen AG

Die Gurtner Baumaschinen AG ist bekannt für innovative Lösungen im Baumaschinenbereich. Können Sie uns einen Einblick in die Sparte Gurtner Energiesysteme geben?
Ja, sehr gerne! Seit Ende 2023 fokussieren wir uns darauf, unseren Kunden nachhaltigere Energielösungen anzubieten und umzusetzen. Vor allem im Bereich mobile Stromspeicher haben wir mit MobilHybrid ein höchst innovativer Partner mit sehr leitungsstarken und robusten Produkten. Auch im Bereich mobiler PV-Einheiten, Stromerzeugern, bis hin zu stationären Grossspeichereinheiten können wir Lösungen anbieten.

Was sind die Hauptvorteile dieser mobilen Systeme für Bauunternehmen?
Man muss bei den Vorteilen unterscheiden zwischen den Anwendungsbereichen. Wir unterteilen diese in Off-Grid und On-Grid. (ohne/mit Netzstrom) Bei Off-Grid-Anwendungen wird meist ein Dieselgenerator als Haupterzeuger der Energie genutzt. Wenn der mobile Speicher mit Netzstrom verbunden wird, sprechen wir von einer On-Grid-Anwendung. Bei beiden Anwendungsarten kann mittels mobilen, DC gekoppelten PV-Einheiten ein Anteil der Energie vor Ort produziert werden. Erst der Einsatz eines mobilen Speichers ermöglicht die effiziente Nutzung dieser Energie. Off-Grid kann die Laufzeit des Dieselgenerators stark reduziert werden.

Der Energiebedarf ist selten linear bei Baustellenanwendungen, sondern wechselt zwischen Lastspitzen und minimalem Energiebedarf. Diese Schwankungen werden vom Speicher getragen und versorgt. So dass der Dieselgenerator nur den Speicher auflädt, wenn dieser Leer ist. Die Steuerung des Generators zum Starten/Stoppen und bei welcher Last geladen wird, übernimmt der Speicher. So entfällt der Dauerbetrieb des Generators, was Diesel-, Wartungs- und Betankungskosten minimiert. Zudem werden die CO2-Emmissionen stark verringert. Je nach Anwendung kann eine Reduktion der Laufzeit bis 90% und mehr erreicht werden. Dass schont nicht nur die Umwelt und sondern auch das Portemonnaie. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass auch die Lärm-Emissionen verringert und falls nötig sogar zeitlich gesteuert werden können.

Vorteile bei einer On-Grid-Anwendung ist die Lastspitzenkappung. Mittels des Speichers können auch mit geringer Netzanschlussgrösse/Netzleistung, sehr hohe Spitzenlasten abgedeckt werden. Der max. Eingangsstrom kann am Speicher eingestellt werden, dieser wird auch bei höherer geforderten Leistungsabgabe nicht überschritten. Die Überlast wird durch den kumulierten max. Eingangsstrom und der im Speicher vorhanden Energie bereitgestellt.

Typisch hierfür ist der Baustellenkran, hohe Anlaufströme/Leistung aber im Verhältnis wenig Energieverbrauch. Mit unseren Speichern können beispielsweise grosse leistungsstarke Oberdreherkrane mit einem Netzanschluss von 32A anstelle von 125A betrieben werden. Was den Installationsaufwand verringert, Leitungsquerschnitte können bei langen Installationswegen kleiner dimensioniert werden. Auch Problematiken mit Spannungsabfall durch zu lange Zuleitungen können eliminiert werden. Zusagen ist noch, ob Off-Grid oder On-Grid, es handelt sich um das gleiche Gerät. Ein und derselbe MobilHybrid können beide Anwendungen.

Können Sie uns ein konkretes Beispiel für den Einsatz Ihrer Systeme nennen?
Eine Off-Grid-Anwendung Wildgewässer und Lawinenverbauungen mit Baukran 20 kW Anschlussleistung, ca. 25 kWh Energiebedarf pro Tag für die ganze Baustelle, saisonaler Baustellenbetrieb jeweils von März bis Oktober. Bevor der mobile Stromspeicher zum Einsatz kam, wurde die Energie dauerhaft mittels 50 kVA-Dieselgenerators erzeugt. Die Lösung war ein MobilHybrid MH24 (max.24 kW Dauerleistung / 24 kWh Kapazität) und 3,2 kWp mobile PV-Einheiten nach Süden ausgerichtet. Ein 30 kVA-Dieselgenerator für Tage ohne Sonne und erhöhten Leistungsbedarf. Das Resultat, PV-Produktion: 572 kWh = 61 % Autarkie und 92 % Generatorlaufzeit eingespart (März bis Juli)

Wie sieht die Zukunft der mobilen Stromspeichersysteme aus?
Im Grundsatz sind die Hauptthemen bei der Entwicklung neuer Batterie/Akku-Technologie. Ob im mobilen, automobilen oder stationären Bereich. Neue Batterietechnologien werden höhere Energiedichten, schnellere Ladezeiten und längere Lebensdauern mit sich bringen. Dies sind aber Aufgaben für die Forschungsinstitute, von welchen wir aber sicher auch profitieren werden. Mobile Stromspeichersysteme werden in Zukunft noch intelligenter, oder besser gesagt die Software wird innovativer. So dass beispielsweise die Speicher dynamisch laden können, je nach Netzauslastung oder auch Energiepreise. Auch die Koppelung mehrerer Stromspeicher wird in Zukunft ein Thema, bei der nicht nur die Kapazität erhöht, sondern auch die Leistung kumuliert wird.

Was ist das Besondere an Gurtner Energiesysteme in diesem Bereich?
Wir verkaufen nicht nur die Produkte, sondern erarbeiten zusammen mit unseren Kunden effiziente Lösungen für ihre spezifischen Anforderungen. Alles aus einer Hand inkl. Wartung, Prüfung und Service aller Gerätschaften. Alle Produkte werden «steckfertig» beim Kunden in Betrieb genommen, so zusagen «plug and play». Um das Handling so einfach wie nur möglich zu halten.

Gibt es noch etwas, das Sie unseren Lesern mitteilen möchten?
Haben Sie gewusst, dass unsere MobilHybrid zu 100% Gefahrengutfrei sind. Dies ermöglich ein Transport ohne Zusatzdokumente und Beschilderung, auch braucht der Fahrer keine ADR-Ausbildung. Ob auf der Strasse, durch Tunnels, auf dem Wasser oder durch die Luft, dürfen unsere mobilen Stromspeicher vollaufgeladen transportiert werden. Dank der verbauten Batterietechnologie können wir auch bei Temperaturen bis -15˚C den Speicher laden und entladen, ohne die Akkus zu beheizen, was den Eigenverbrauch auf einem Minimum hält. Wie gesagt leitungsstark, robust und innovativ…

Florian Bechtiger, Leiter Gurtner Energiesysteme


Gurtner Baumaschinen AG
Kirchgasse 24
4932 Lotzwil
Tel +41 62 923 53 31
www.gurtner-baumaschinen.ch