Manchmal reichen Standardlösungen einfach nicht aus. Eine stylishe, massgeschneiderte Aussendusche? Ein Gemeindebrunnen, der aufgrund der Platzierung des Rohrs und dem zur Verfügung stehenden Wasserdruck eigentlich gar nicht funktionieren kann, es aber trotzdem tut? Oder in die Jahre gekommene, massive Armaturen, bei denen Auffrischung und Revision eine veritable Knacknuss sind?
«Es sind Herausforderungen wie diese, die wir mögen»
erklärt Pascal Baeriswyl, Inhaber der F. Kündig AG.
«Wenn andere nicht mehr weiterkommen, heisst es oft: ‹bim Kündig wirsch fündig›.»
Dass ein Traditionsbetrieb aus dem Jahr 1893 heute so gefragt ist, war nicht immer selbstverständlich. In den 1970ern zerstörte ein Brand die Giesserei und mit ihr die Reputation. Man fiel quasi in einen Dornröschenschlaf.
«In Fachkreisen fragte man sich: Gibt es die überhaupt noch?»
sagt Baeriswyl. Doch das Unternehmen hat sich neu erfunden: als Nischenanbieter für Architekturbüros, Küchenbauer, Firmen und anspruchsvolle Privatkund:innen – mit einer Leidenschaft für Messing, Oberflächen, Retro-Designs und technische Präzision.
Gerade Architekturbüros schätzen die besondere Mischung aus Handwerk und Beratung. Sie kommen mit Entwürfen, Erwartungen – und manchmal mit Ideen, deren Umsetzung eigentlich unmöglich ist: Komplizierte Technik in Kombination mit gewagter Ästhetik. Doch für uns gilt:
«Geht nicht, gibt’s nicht.»
Und dann sucht man gemeinsam eine Lösung. Das F. Kündig-Team tüftelt über Alternativen, justiert Ausläufe, berechnet Strahlwinkel, baut Prototypen – bis das Ergebnis optisch stimmt und funktioniert. Das gelingt auch bei Spezialprojekten: Brunnenanlagen, Hygienespülungen für Städte oder die bereits erwähnte Aussendusche aus Komponenten verschiedener Hersteller. Darunter Eigenprodukte.
«Der Kunde wollte ein Gesamtkunstwerk – also haben wir eins gebaut.»
Viel Expertise besitzen die Ostermundiger Cracks auch bei ihrer Gewerbekundschaft. Hier vermittelt man 1A-Produkte von Partnerbetrieben, sowie Eigenkonstruktionen in grossen und kleinen Serien. Anspruchsvoll sind z. B. Aufträge aus der Lebensmittelindustrie. Dabei läuft das Team zu Hochform auf:
«Es gibt da klare Anforderungen hinsichtlich Hygiene. Wir arbeiten mit Chromstahl oder vernickeln die Oberfläche. So bleibt alles rein.»
Und bei Dampfarmaturen ist Hitzebeständigkeit zentral:
«Normaler Gummi schmilzt bei 100 Grad. Deshalb kommt Teflon zum Einsatz.»
Diese Beispiele zeigen eines: Technisch deckt das Unternehmen ein Spektrum ab, das sonst kaum jemand in der Schweiz bietet. Was motiviert das Team?
«Die zufriedene Kundschaft natürlich. Das ist klar. Zudem lieben wir das, was wir tun. Aus einem Stück Messing massgeschneiderte Armaturen herauszuarbeiten – darauf freuen wir uns jeden Tag aufs Neue. Und tun das auch in Zukunft.»
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